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ABE bedeutet Allgemeine
Betriebserlaubnis und gilt für ein Fahrzeugmodell oder ein Zubehörteil.
Achtung: Verwendet man nicht freigegebene Räder oder Reifen, dann
erlischt mit der Betriebserlaubnis auch die komplette Fahrzeugzulassung
– einschließlich Versicherungsschutz!
Das Abriebsbild eines
Reifens liefert dem Fachmann wertvolle Hinweise auf nicht optimale Einstellungen
oder eventuelle Schäden am Fahrwerk (Achsgeometrie, Stoßdämpferdefekt
etc.). Deshalb sollte man seine Reifen regelmäßig von einem
Fachbetrieb prüfen lassen (ca. alle 10.000 -15.000 km).
ABS, das Anti-Blockier-System,
verhindert bei Vollbremsung das Blockieren der Räder. Vorteil: Das
Auto bleibt lenkbar! Bei trockener, feuchter und nasser Fahrbahn ist der
Bremsweg in der Regel gleich oder kürzer als beim gleichen Fahrzeug
ohne ABS. Auf Neuschnee oder Rollsplitt kann der ABS-Bremsweg u.U. geringfügig
länger sein. Achtung: Im Notfall das Bremspedal "hart"
treten, vom Pulsieren des Pedals darf man sich nicht irritieren lassen.
Die Achsposition
zeigt dem Fachmann, wo genau ein Reifen eingesetzt wurde. Das ist wichtig,
denn ein Reifen muss auf der Lenkachse ganz andere Kräfte übertragen
als auf der Antriebsachse. Dabei ist natürlich auch die Antriebsart
zu berücksichtigen. Unabhängig von der Antriebsart gilt allerdings:
Die besseren Reifen gehören auf die Hinterachse (siehe auch "Räderwechsel")!
Airpumping lautet
der Fachbegriff für das, was beim Abrollen des Reifens passiert.
Das Fahrzeuggewicht presst den Reifen mit großem Druck auf die Fahrbahn,
so dass beim Abrollen die Luft mit hoher Geschwindigkeit aus den Profilkanälen
strömt. Bei hoher Geschwindigkeit entstehen Pfeif- und Zischgeräusche,
die sich jedoch durch geschickte Variation der Profilanordnung reduzieren
lassen.
Alpin lautet die
Bezeichnung für Michelin Reifen mit besonders wirksamem "Winter-Biss".
Sie wurden speziell für den Einsatz in schneereichen Gegenden entwickelt.
Der Clou dabei sind die patentierten Lamellentechniken: Y-Lamellen (siehe
dort) für den Alpin (T bis 190 km/h) und Z-Lamellen (s. dort) des
Pilot Alpin (H bis 210 km/h). Diese Lamellen sorgen für ausgezeichnete
Haftung auf Schnee und rutschiger Fahrbahn. Sobald ein Alpin zu 1/3 abgefahren
ist, verdoppelt sich die Anzahl der wirksamen Lamellen, und der Winter-Biss
verstärkt sich noch einmal.
Die Z-Lamelle des Pilot Alpin ruft einen "Abstützeffekt" hervor,
sorgt auf diese Weise für hervorragende Kraftübertragung und
sicheres Fahrverhalten insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten.
Weitere Neuentwicklungen: die BDS-Lamelle (beim neuen Alpin in T und neuen
Pilot Alpin in H) und die VTS-Lamelle für Hochleistungswinterreifen
(beim neuen Pilot Alpin in V). Sie kombinieren gleich mehrere Vorteile:
extreme Haftung auf Schnee und Eis, optimales Brems- und Beschleunigungsverhalten,
hervorragendes Handling auf trockener und nasser Fahrbahn.
Alterung von Gummi
ist ein natürlicher Prozess, während dessen sich Elastizität
und Haftfähigkeit geringfügig verändern. Dieser Prozess
erfolgt sehr langsam und kann durch spezielle Alterungsschutzmittel im
Reifen weiter verzögert werden. Dennoch sollte man z.B. einen Reservereifen,
der mehr als 6 Jahre unbenutzt im Kofferraum lag, nicht zusammen mit völlig
neuen Reifen fahren!
Aquaplaning nennt
man das Aufschwimmen des Reifens auf einer Wasserschicht. Dieser Effekt
stellt sich abhängig von Geschwindigkeit, Wasserhöhe, Profiltiefe
und -aufbau, Luftdruck und Radlast ein. Das Fahrzeug kann dann keine Lenk-
oder Bremskräfte mehr übertragen. Hinweis: Bei Aquaplaning das
Lenkrad in der gleichen Position stehen lassen und auch bei seitlichem
Abdriften nur leicht gegenlenken!
ASR ist die Abkürzung
für Antriebs-Schlupf-Regelung, eine elektronische Steuerung, die
dafür sorgt, daß beim Beschleunigen nur soviel Motorkraft an
die Antriebsräder übertragen wird, wie diese auch verkraften
können. Dadurch wird das Durchdrehen der Räder auf glatter Fahrbahn
verhindert.
Auswuchten– so nennt
man das Ausgleichen von statischen oder dynamischen Unwuchten am Rad-Reifen-System,
die durch ungleiche Massenverteilung verursacht werden und Vibrationen
hervorrufen. Das Auswuchten ist unverzichtbar, um ungleichen Verschleiß
am Reifen und Schäden an der Radaufhängung zu vermeiden und
den Fahrkomfort zu gewährleisten (siehe auch Feinwuchten).
Die
BDS*-Lamelle
ist der Name für ein einzigartiges Lamellensystem von Michelin (*Bi-Direktionales-System)
und bezeichnet eine in zwei Richtungen orientierte, selbstsperrende Lamelle.
Ihre enorme Steifigkeit sorgt für besseres Bremsen und Beschleunigen
und optimiert das Handling auf trockener und nasser Fahrbahn. BDS-Lamellen
werden beim neuen Michelin Alpin und beim neuen Pilot Alpin in H eingesetzt.
Der Bremsassistent
unterstützt den Fahrer bei einer Notbremsung. Hintergrund ist die
Tatsache, dass die meisten Autofahrer in kritischen Situationen nicht
stark genug auf die Bremse treten. Funktion: Ein Sensor erfasst das abrupte
Zurückgehen vom Gas und das schnelle Niedertreten des Bremspedals,
ein Magnetventil belüftet blitzschnell den Bremskraftverstärker,
der dann den vollen Bremsdruck aufbaut. Der Bremsassistent verkürzt
den Bremsweg aus 100 km/h um bis zu 45%.
Bremsplatten können
durch eine Blockierbremsung entstehen. Bei entsprechend hoher Ausgangsgeschwindigkeit
"radieren" die Reifen dabei so heftig über die Fahrbahn, dass sie
an der Blockierstelle unter großer Hitzeentwicklung lokal abgeschliffen
werden. In der Regel "schlagen" die Reifen danach so stark,
dass sie ausgetauscht werden müssen.
Das
CBC(Cornering
Brake Control), eine Weiterentwicklung von ABS (siehe dort), macht Bremsvorgänge
in Kurven noch sicherer und kontrollierbarer. Jedes einzelne Rad wird
dosiert abgebremst, um das Schieben über die Vorderachse (Untersteuern)
oder das Ausbrechen des Hecks (Übersteuern) beim Bremsen in Kurven
zu minimieren.
Drainage kommt (wie
zahlreiche Begriffe rund ums Auto) aus dem Französischen und bedeutet
soviel wie "Wasserableitung" aus dem Profil. Ein Reifen muss
eine gute Drainagewirkung aufweisen, um sicheres Fahrverhalten bei Nässe
zu gewährleisten. Per Computersimulation kann man die Entwässerungsgeschwindigkeit
eines Profils berechnen und den Reifen aquaplaningsicher machen. Man unterscheidet
zwischen Längs- und Querdrainage.
ECE 30 bezeichnet
eine europäische Richtlinie, die auf dem Reifen durch die "E-Nr."
dokumentiert wird. Die E-Nr. ist für jede Reifenausführung individuell
und besagt, dass der jeweilige Reifen die Prüfkriterien ECE 30 bestanden
hat. Seit 1.10.1998 dürfen in Deutschland (in anderen europäischen
Ländern wie Österreich, Frankreich, Großbritannien schon
seit einigen Jahren) Reifen, die nach diesem Datum produziert wurden,
nur noch mit E-Nr. in den Verkauf gelangen. Die ECE 30 schützt den
Verbraucher u.a. vor groben Sicherheitsmängeln, die z.B. bei Billigimporten
auftauchen können.
"Elektronische Reifen"
- ein Denkmodell für die Reifentechnik von morgen. Die Vision: Im
Reifen eingebaute Sensoren sollen die Fahrbedingungen (Nässe, Kälte,
Kurven, Geschwindigkeit, etc.) erfassen und die Reifen des Fahrzeugs automatisch
auf die aktuelle Situation einstellen.
Energy – so lautet
die Markenbezeichnung für Energiespar-Reifen von MICHELIN. Ihre spezifischen
Gummimischungen verringern den Rollwiderstand und helfen dadurch, den
Treibstoffverbrauchs zu senken. Trotz dieser bahnbrechenden Eigenschaften
sind Energy-Reifen auch in den anderen Leistungsanforderungen, die an
moderne Reifen gestellt werden, gleich gut oder sogar überlegen.
ESP, das Elektronische
Stabilisierungs-Programm, wird von einigen Fahrzeugherstellern auch anders
benannt und ist durch den "Elchtest" berühmt geworden. Dieses System
greift in kritische Fahrsituationen ein und hilft dem Fahrer durch gezielt
dosiertes Bremsen und Beeinflussung des Motordrehmoments, das Fahrzeug
bei Geradeaus- wie bei Kurvenfahrten besser zu kontrollieren.
Fabrikatsbindung
heißt: Ein Fahrzeughersteller lässt für ein Fahrzeugmodell
nur bestimmte Reifenfabrikate zu. Besonders sehr schnelle Fahrzeuge benötigen
W- oder ZR- Reifen. Reifenfabrikate und Reifentypen, die vom Hersteller
zugelassen sind, werden im Kfz-Schein angegeben oder bei späterer
Umrüstung im Rädergutachten genannt (siehe auch ABE). Seit Anfang
2000 ist die Reifenfabrikatsbindung für PKW-Reifen aufgehoben. Unabhängig
vom Eintrag in den Papieren ist jedes Reifenfabrikat zulässig. Ausnahme:
reine ZR-Reifen. Für sie ist die Freigabe des Herstellers und ein
Eintrag in den Papieren notwendig.
Feinwuchten ist ein
Muss, zumindest für die Räder von PKW-Lenkachsen. Auf diese
Weise werden Restunwuchten, die durch geänderte Radzentrierung, Nabe
und Bremsscheibe auftreten (siehe auch Auswuchten), direkt am Kfz ausgeglichen.
Grip bedeutet Haftung
(s. dort), ist ein Begriff aus dem Rennsport und bezeichnet die Fähigkeit
spezieller Reifen, auf der Piste förmlich "festzukleben". Grip erreicht
man durch weiche Gummimischungen und Reifenarbeitstemperaturen von 100
- 120°C. Allerdings halten diese Reifen in der Regel nur einige hundert
Kilometer.
Haftung bezeichnet
die Fähigkeit einer Laufflächen-Gummimischung, sich möglichst
intensiv mit der Straße zu verbinden, wobei Experten zwischen der
Makro- und Mikrorauigkeit des Straßenbelags unterscheiden. Haftung
bei Nässe und insbesondere bei Schnee wird durch eine ausgefeilte
Lamellentechnik (siehe dort) und spezielle Gummimischungen erreicht.
Das
Herstellungsdatum
eines Reifens lässt sich an der mit den Buchstaben DOT beginnenden
Identifizierungsnummer auf der Reifenflanke ablesen. Die letzten drei
Ziffern stehen für die Kalenderwoche und das Jahr, z.B. 049 = 4.
Woche 1999. Ein zusätzliches Dreieck hinter der letzten Ziffer zeigt
an, dass der Reifen aus den 90er Jahren stammt. Seit dem Jahr 2000 ist
die DOT-Nummer vierstellig, z.B. 4200. Die ersten beiden Ziffern geben
die Produktionswoche an, hier die Woche 42. Die beiden letzten Ziffern
(00) definieren das Baujahr, in diesem Beispiel das Jahr 2000. 01 bedeutet
entsprechend 2001.
Homologation nennt
man die technische Freigabe eines Reifens für ein bestimmtes Automodell.
Der gesamte Freigabeprozess wird von den Automobilherstellern sehr streng
gehandhabt, rund 60 Prüfpunkte finden dabei Berücksichtigung.
Für den Reifenproduzenten bedeutet jede Freigabe eine Bestätigung
der Produktqualität. MICHELIN besitzt in Deutschland, wo die Konstrukteure
besonders anspruchsvoll sind, Freigaben aller Fahrzeughersteller für
nahezu alle Profile.
Karkasse nennt man
die Grundkonstruktion eines Reifens. Die Karkasse ist der entscheidende
Festigkeitsträger eines Reifens und wird durch Gürtel und Laufstreifen
komplettiert. In der Regel bestehen Karkassen aus gummiummantelten Textilseilen,
hergestellt aus Kunstfasern wie Rayon oder Nylon.
Lamellenreifen
wurden von MICHELIN schon in den 30er Jahren erfunden, um mehr Haftung
auf rutschigem Kopfsteinpflaster zu erzielen. In den 80er Jahren entwickelte
MICHELIN aus Lamellenreifen den modernen Winterreifen mit exzellentem
Grip auf Schnee und Eis (siehe auch "Alpin"-Reifen).
Laufrichtungsbindung
heißt: Reifenprofile werden so konstruiert, dass sie in vorgeschriebener
Laufrichtung abrollen müssen. Das bewährt sich immer öfter
und bringt Vorteile bei den Reifenleistungen (Geräuschentwicklung,
Nässe-Eigenschaften) sowie bei der Kraftübertragung auf Schnee
und Eis.
Lenkpräzision von Reifen oder
Fahrzeugen – darunter versteht man deren Fähigkeit, möglichst
exakt in eine Kurve ein- und auszulenken sowie das Fahrverhalten im Kurvenverlauf
selbst. Hochleistungsreifen (Y, ZR) sind in der Regel besonders lenkpräzise.
Load-Index (Tragfähigkeitskennzahl)
ist eine meist zweistellige Zahl am Ende der Größenbezeichnung:
z.B. 175/70 R 13 82 T. Die Zahl 82 gibt Aufschluss über die Tragfähigkeit
des Reifens. Tragfähigkeitsindex 82 bedeutet z.B. 475 kg Tragfähigkeit
pro Reifen.
Korrekter Luftdruck
entscheidet darüber, ob die Reifen ihr volles Leistungsspektrum wie
Kilometerleistung, Kurvenhaftung, Dauerfestigkeit, Bremsweg usw. entfalten
können. Wichtig deshalb: Alle 14 Tage bei kalten Reifen kontrollieren!
Achtung: Niemals nach längerer Fahrt den Luftdruck absenken! Bei
der Fahrt erwärmen sich die Reifen, und der Reifenluftdruck steigt
automatisch an (siehe auch "Unterdruck" und "Überdruck").
Luftverlust von Reifen:
Da die Luftmoleküle auch bei einem luftdichten Reifen langsam nach
außen dringen, nimmt der Luftdruck stetig ab – wenngleich nur in
geringem Maße. Um den Autofahrern ein Höchstmaß an Sicherheit
zu bieten, verwendet MICHELIN das im Vergleich zu herkömmlichen Materialien
um bis zu 6fach luftdichtere Butyl zur Herstellung innerer Reifen-Gummischichten.
Plötzlicher Luftverlust läßt das Fahrzeug instabil werden;
besonders kritisch wird´s, wenn die Hinterachse betroffen ist, da die
Seitenführung des Fahrzeugs plötzlich ausfällt.
Matchen ist ein Reifenmontage-Verfahren,
das zum optimalen Rundlauf des Reifens beiträgt. Dabei werden die
Rundlaufabweichungen von Rad und Reifen so miteinander kombiniert, dass
sie sich gegenseitig weitgehend neutralisieren. Matchen wird vor dem eigentlichen
Auswuchten durchgeführt!
Mischbereifung sollte
man nach Möglichkeit vermeiden. Unterschiedliche Reifentypen auf
Vorder- und Hinterachse können das Fahrverhalten negativ beeinflussen.
Insbesondere Winterreifen gehören "rundum" montiert.
Pannensichere
Reifen oder Reifen mit Notlaufeigenschaften sind heute noch nicht handelsüblich.
Im Pannenfall wird nach wie vor das Reserverad montiert. Mit seinem PAX-Reifensystem
hat MICHELIN eine wegweisende Lösung entwickelt. Auch mit platten
Reifen kann man nun noch 200 km weit fahren, und das mit 80 km/h. Ein
plötzlicher Luftverlust des Reifens (siehe dort) verliert so ebenfalls
seinen Schrecken. Weitere Vorteile dieser revolutionären Pneus: Verringerung
von Rollwiderstand und Kraftstoffverbrauch, besseres Fahrverhalten, konstruktive
Vorteile für den Fahrzeughersteller.
PR bedeutet Ply Rating
(Lagenzahl) - eine nur bei Leichttransporter-Reifen gelegentlich gebrauchte
Bezeichnung für verschiedene Tragfähigkeitsklassen. Früher,
im Zusammenhang mit Diagonalreifen, bezeichnete man mit PR die Anzahl
der Karkasslagen. Ein 8 PR-Reifen besitzt mehr Tragfähigkeit als
ein 6 PR-Reifen. Die PR-Zahl ist heute durch den Load Index (siehe dort)
ersetzt.
Von der
Profiltiefe
hängt ab, wie gut ein Reifen auf feuchten, nassen, verschneiten oder
lockeren Untergründen haftet. Je geringer die Profiltiefe eines Reifens,
desto eher schwimmt er auf Wasser auf. Zwischen Straßen- und Reifenoberfläche
bildet sich dann ein gefährlicher Film, ein Vorgang, den man auch
Aquaplaning nennt. Sicherheitshalber sollte man die Profiltiefe regelmäßig
prüfen. In Deutschland ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vorgeschrieben.
Zur komfortablen Kontrolle arbeitet Michelin Abnutzungsanzeiger in die
Hauptprofilrillen seiner Reifen ein. Wo diese Stellen zu finden sind,
verrät ein kleines BIB-Symbol im Schulterbereich jedes Michelin Reifens.
Radialreifen wurden
1948 von Michelin eingeführt (X-Technologie). Ihr Prinzip beruht
bis heute auf einer klaren Trennung der Funktionen im Reifenunterbau -
radial angeordnete Karkasslagen für besseres Einfedern und stabilisierende
Gürtellagen unter der Lauffläche. Effekt war eine erhebliche
Steigerung der Reifenleistung bei praktisch allen wichtigen Anforderungen.
Im Vergleich zu den in der Frühzeit des Automobils üblichen
Diagonalreifen mit mehreren schräg überkreuzten Karkasslagen
liefen schon die ersten Radialreifen mehr als doppelt so lange. Auch in
Bezug auf Nässe-Grip, Fahrpräzision, Kurvenhaftung und Komfort
ergaben sich dramatische Verbesserungen.
Räderwechsel
von vorn nach hinten und umgekehrt sind immer sinnvoll und werden nach
ca. 10.000 bis 15.000 km empfohlen. Durch Räderwechsel werden die
Reifen gleichmäßiger abgefahren und können später
komplett ausgetauscht werden. Sollte man nur zwei neue Reifen montieren
lassen, dann gehören diese "besseren" Reifen immer auf
die Hinterachse, unabhängig von der Antriebsart (gilt auch bei Allrad).
Denn die Haftung der Reifen auf der Hinterachse entscheidet über
die Führung des Fahrzeugs insbesondere in Kurven.
Reifenrecycling,
also die materielle Wiedergewinnung von Gummi (Reifen, Kautschukprodukte),
ist heute zwar noch Zukunftsmusik, aber schon Gegenstand der Forschung.
Derzeit führt man Altreifen der Energiegewinnung zu oder nutzt sie
zerkleinert als Gummigranulat (ohne Stahlseile) z.B. für Wulstbänder,
Parkbänke, Sportböden und Flüsterasphalt.
Reinforced ist eine
zusätzliche Bezeichnung für PKW-Reifen, die extra verstärkt
wurden. So können sie bei erhöhtem Luftdruck höhere Lasten
tragen und sind darüber hinaus gegen mechanische Verletzungen besser
geschützt.
Das
Reserverad liegt
oft in einem Dornröschenschlaf. Im Ersntfall hat der Ersatzreifen
dann nicht genügend Luft. Anderes häufiges Problem: Die Radmuttern
der Aluräder passen nicht auf das übliche Stahlrad! Tip von
MICHELIN: Reserverad in den turnusmässigen Reifenwechsel mit einbeziehen.
Das gilt natürlich nicht für Noträder. Wichtig auch: Luftdruck
prüfen nicht vergessen!
Rollwiderstand nennt
man die Kraft, die ein rollender Reifen dem Vortrieb entgegensetzt. Dieser
Widerstand entsteht vor allem durch die "Walkarbeit" des Reifens, d.h.
durch seine Verformung beim Durchlaufen der Bodenaufstandsfläche.
Erstaunlich, aber wahr: Bis etwa 100 km/h ist der Rollwiderstand größer
als der Luftwiderstand des Fahrzeugs! Deshalb werden "Grüne Reifen"
immer wichtiger, ganz vorne z.B. der MICHELIN Energy. Dieser innovative
Pneu reduziert den Rollwiderstand um 30%, was zu einer Senkung des Treibstoffverbrauchs
um bis zu 5% führt und eine entsprechende Umweltentlastung zur Folge
hat.
Runderneuerte Reifen
sind ökologisch interessant, weil nach dem "ersten Reifenleben" rund
3/4 der eingesetzten Rohstoffe wiederverwertet werden können - in
Form der Karkasse. Auf diese wird ein neuer Laufstreifen aufvulkanisiert,
wobei der Reifen ein "neues" Profil erhält. Besonders bei größeren
Reifen, z.B. bei Lkw, ist der Einsatz runderneuerter Reifen sinnvoll und
wirtschaftlich. Unter dem Namen "REMIX" hat MICHELIN ein besonders hochwertiges
Verfahren zur Runderneuerung entwickelt.
Die
Rundlaufpräzision
von Reifen kann man fühlen und messen. Allerdings spüren die
meisten Autofahrer den Unterschied erst dann, wenn sie ihr Auto rundum
neu bereifen. Übrigens: MICHELIN Reifen genießen bei Fahrzeugherstellern
und Reifenfachhandel den Ruf hervorragender Rundlaufpräzision. (Siehe
auch "Uniformity")!
Sägezahn
nennen Reifentechniker den ungleichmäßigen Abrieb an den Querkanten
von Profilblöcken in Laufrichtung des Reifens. In fortgeschrittenem
Stadium verursachen Sägezähne oft lästige Vibrationen und
Laufgeräusche. Das läßt sich vermeiden, wenn man zwischen
Vorder- und Hinterachse rechtzeitig wechselt. In hartnäckigen Fällen
sollte man allerdings den Reifenfachmann um Rat fragen (siehe auch Räderwechsel).
Schlupf ist der Unterschied
zwischen dem geometrischen Radumfang und der tatsächlich zurückgelegten
Strecke bei einer Radumdrehung. 100% Schlupf liegt vor, wenn die Räder
durchdrehen oder blockieren. Je größer also die Antriebs- oder
Bremskräfte, desto größer der Schlupf. Auch wenn man es
nicht bemerkt: Ein geringes Maß an Schlupf ist beim Fahren immer
vorhanden - daher der Reifenverschleiß!
Einseitiger
Schulterabrieb
stellt sich vor allem dann ein, wenn die Position des Rades zur Fahrbahn
nicht optimal ist. Dann sollte man die Spur bzw. den Sturz überprüfen.
Beidseitiger Schulterabrieb geht meist auf Unterluftdruck (siehe dort)
oder Überlast zurück. Wer sportlich und mit hohem Landstraßenanteil
(Kurven!) fährt, wird von erhöhtem Reifenabrieb auf den Außenschultern
betroffen, auch dann, wenn die Achseinstellung korrekt ist. In solchen
Fällen empfiehlt es sich, den Reifen auf der Felge zu drehen und
von rechts nach links zu tauschen. Ausnahme: laufrichtungsgebundene Profile!
Silikat ist ein in
jüngster Zeit häufig verwendeter Füllstoff für Kautschukmischungen
(chemisch als Kieselsäure bekannt). Mit Silikat lässt sich der
Nässe-Grip von Reifen verbessern und der Rollwiderstand senken.
Slicks – so nennt
man die profillosen Rennsport-Reifen mit extrem haftfähiger Laufflächenmischung.
Bei Nässe kommt man mit Slicks schnell in Schwierigkeiten, dann werden
profilierte Regenreifen gebraucht. Für den Alltag sind Slicks deshalb
ungeeignet. Außerdem halten sie selten länger als 1.000 km.
Speed Index ist ein
Geschwindigkeits-Symbol, ein Buchstabe am Ende der Größenbezeichnung,
der über die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit des Reifens
Auskunft gibt.
z.B. 195/65 R15 91 H
S = bis 180 km/h,
T = bis 190 km/h,
H = bis 210 km/h,
V = bis 240 km/h,
W = bis 270 km/h,
Y = bis 300 km/h,
ZR = über 240 km/h
Traktion nennt man
die Fähigkeit, Motorleistung durch Verzahnung mit der Fahrbahnoberfläche
in Vortrieb umzusetzen. Auf trockener Straße ist Traktion kein Problem.
Erst bei Nässe, Schnee oder Eis wird die Traktion mangelhaft. Dann
spielen Haftfähigkeit der Gummimischung und Profilform (Lamellenreifen
für Schnee) die entscheidende Rolle (s. Lamellen).
Überluftdruck
ist fast ebenso schädlich wie Unterluftdruck. Stoßdämpfer
und Komfort leiden, die Bodenhaftung verschlechtert sich und zudem nutzen
sich die Reifen meist schneller und ungleichmäßig ab (Mittenabrieb).
Uniformity nennen
Reifentechniker die Fertigungsgenauigkeit eines Reifens. Uniformity ist
Voraussetzung für perfektes und ruhiges Abrollen - ohne störende
Geräusche und Vibrationen. Je besser die Uniformity des Reifens,
desto leichter lässt sich das Rad auswuchten. - Fragen Sie einfach
mal einen Reifenmonteur nach der "Uniformity" von Michelin Reifen (s.
auch "Rundlaufpräzision")!
Unterluftdruck ist
heutzutage leider eher die Regel als die Ausnahme. Die Reifen werden immer
besser, Konsequenz: Nachlässigkeit bei der Wartung. Wer mit zu wenig
Luft fährt, hat viele Nachteile und geht Sicherheitsrisiken ein:
Beeinträchtigung der Dauerfestigkeit, eventueller Reifenausfall,
schwammiges Fahrverhalten, reduzierte Kilometerleistung der Reifen, erhöhter
Kraftstoffverbrauch. Deshalb gilt: Alle 14 Tage den Luftdruck kontrollieren,
und zwar bei kalten Reifen!
Ventile ermüden
ebenso wie Reifen, vor allem dann, wenn es sich - wie bei Stahlrädern
durchweg üblich - um Gummiventile handelt. Starke Zentrifugalkräfte,
Straßenschmutz und Bremsabrieb setzen den Ventilen zu. Tip von MICHELIN:
Bei jedem Reifenwechsel auch die Ventile ersetzen lassen.
Ventilkappen - die
unscheinbarsten Teile am Rad haben dennoch große Bedeutung: Sie
schützen das eigentliche Ventil vor Schmutz und Feuchtigkeit und
garantieren völlige Dichtheit des Rad-Reifen-Systems.
Vibrationen am Lenkrad
stammen in der Regel von schlecht ausgewuchteten Reifen, was durch Matchen
(siehe dort) des Reifens oft abgestellt werden kann. Vibrationen können
aber auch durch ein fehlerhaftes bzw. abgefallenes Auswuchtgewicht oder
durch eine nach einer Gewaltbremsung entstandenen Bremsplatte (siehe dort!)
ausgelöst werden. Der Reifenfachmann erkennt die Ursache des Problems
und berät Sie kompetent.
VTS-Lamelle bedeutet
Variable Thickness Sipe und bezeichnet ein Lamellensystem für Hochleistungsreifen
bis 240 km/h - mit "selbstblockierenden" Lamellen für optimale
Kraftübertragung, hervorragendes Handling und überlegene Lenkpräzision.
VTS-Lamellen werden beim neuen Pilot Alpin in V eingesetzt.
Winterreifen mit
ihren speziellen Profilen und Gummimischungen bieten größtmögliche
Sicherheit bei allen winterlichen Straßenbedingungen. Häufig
nicht bekannt ist die Tatsache, dass Gummimischungen von Winterreifen
bei niedrigen Temperaturen später aushärten und deshalb schon
bei unter ca. 7° C kürzere Bremswege und somit mehr Sicherheit ermöglichen,
und das auf trockener wie nasser Fahrbahn.
Y-Lamellen sind eine Michelin Erfindung für Winterreifen.
Raffiniert geformte y-förmige Profilschnitte führen zu einer
Verdoppelung der Profilkanten nach ca. 1/3 Laufzeit. Das Ergebnis ist
genial: Trotz abnehmender Profiltiefe ergibt sich ein sensationell guter
Winter-Grip (siehe "Lamellenreifen" und "Alpin").
Z-Lamellen - eine
weitere Michelin Erfindung - sind z-förmig zum Radmittelpunkt hin
angeordnet. Dadurch ergibt sich ein Abstützeffekt, der gute Traktion,
ausgezeichnete Haftung und messerscharfe Lenkpräzision (s. jeweils
dort) ermöglicht. Z-Lamellen werden überwiegend bei Winterreifen
und im Hochleistungsbereich (Pilot Alpin) eingesetzt. Je nach gewünschter
Leistungsfähigkeit sind gleichläufige und gegenläufige
Z-Lamellen-Ausführungen erhältlich